Haushaltsverabschiedung 2012
GR 15.12.11
âEs hĂ€tte alles viel schlimmer kommen könnenâ
Besser als befĂŒrchtet geht das Haushaltsjahr 2011 zu Ende. Die gute konjunkturelle Lage schlĂ€gt auch in Ludwigsburg mit höheren Gewerbesteuereinnahmen zu Buche. FĂŒr das nĂ€chste Jahr sind steigende Zuweisungen des Landes in Aussicht und auch die Steuereinnahmen werden als stabil betrachtet. Da will man keinem weh tun und Steuererhöhungen beschlieĂen.
Und doch sind wir der Meinung, dass damit eine Chance vertan wurde.
Jetzt, in einer guten konjunkturellen Lage, sollten wir an das AuffĂŒttern unserer RĂŒcklagen denken, also Vorsorgen fĂŒr schlechtere Zeiten die wir zwar nicht herbeireden wollen, die uns durch die tĂ€glichen Nachrichten jedoch vor Augen gefĂŒhrt werden.
Die Anstrengung, die wir im Kinderbetreuungsbereich und bei den Schulen leisten kommen auch der Wirtschaft zu gute und es ist unverstĂ€ndlich, warum nicht jetzt der richtige Zeitpunkt fĂŒr eine Beteiligung ĂŒber die Gewerbesteuer sein soll. Ein Verschieben auf das Haushaltsjahr 2013 birgt die Risiken des Konjunktureinbruchs. Dann wird sich niemand mehr an das Thema heranwagen, eine RĂŒcknahme von Erhöhungen wĂ€re aber jederzeit möglich. Aus unserer Sicht ist auch die Verwaltung in diesem Punkt zu zögerlich vorangegangen.
Unser bereits beschlossenes und auf die Wege gebrachtes Investionsprogramm zeigt deutliche FinanzierungslĂŒcken auf. Da helfen aber keine AntrĂ€ge die die Verwaltung auffordert, weitere 5 Mio bis 2015 im Verwaltungshaushalt einzusparen und gleichzeitig Sporthallen in der Oststadt und OĂweil zu fordern. Wir haben den Eindruck, dass die Verwaltung von selbst bestrebt ist, verantwortungsbewusst mit den Geldern umzugehen. Allerdings sind wir von dem so oft beschworenen âgenerationengerechten Haushaltâ noch weit entfernt. Mit unseren hohen Ausgaben fĂŒr Bildung und Betreuung investieren wir aber genau in die richtige Richtung. Es ist das Fundament fĂŒr unsere Zukunft. Mit familienfreundlichen Angeboten ist auch der Wirtschaft mit FachkrĂ€ften gedient. Deshalb, s.o., mĂŒssen die Einnahmen erhöht werden.
Wir werden dem Haushaltsplan â dennoch â zustimmen. Verwaltung und Gemeinderat haben sich in Klausur und Beratungen bemĂŒht, Haushaltsdisziplin zu beweisen. Begonnene Projekte werden weiter gefĂŒhrt, manche auch geschoben und im groĂen und ganzen wurde dem Vorschlag der KĂ€mmerei gefolgt.
Etliche unserer AntrĂ€ge wurden zur Beratung in die AusschĂŒsse verwiesen.
Besonders wichtig sind uns hier die Haushaltswirksamkeit des Gesamtenergiekonzeptes, es darf nicht nur bei AbsichtserklĂ€rungen bleiben, es mĂŒssen auch Taten folgen. Wir sind in diesem Zusammenhang sehr gespannt auf die Arbeit des Klimamanagers.
Alternativen Formen der MobilitĂ€t einen gröĂeren Raum verschaffen ist von je her unser Anliegen. Wir erwarten deshalb im neuen Jahr verstĂ€rkte Anstrengungen im Bereich Sicherheit fĂŒr Radfahrer, besonders in der SchillerstraĂe. Auch um die Planungen bzgl. Stadtbahn ist es ruhig geworden â sie muss wiederbelebt werden.
Wir begrĂŒĂen die RĂŒcknahme der 5 %igen KĂŒrzungen in Sport- und Kulturbereich und hoffen dadurch, die Angebotspalette erhalten zu können. Gerade im Kulturbereich sind viele Dinge von Projektförderung abhĂ€ngig, die meist sehr zeitaufwĂ€ndig in ihrer Beantragung sind.Um eine zuverlĂ€ssige Finanzierung zu sichern ist ein verlĂ€sslicher, auskömmlicher Grundstock notwendig. Dennoch werden Kooperationen immer wichtiger und mĂŒssen zur Entlastung der Ausgaben beitragen.
VerstĂ€rkt werden wir uns im neuen Jahr der Frage der BĂŒrgerbeteiligung zuwenden mĂŒssen. Welche Art ist geeignet, BĂŒrger fĂŒr das Geschehen in der Stadt zu interessieren, ihre Meinung zu hören und in die Entscheidung der Gremien einflieĂen zu lassen ohne Lobbyisten zu fördern und die Formen der reprĂ€sentativen Demokratie zu wahren ? Dieser Umgang wird vor allem fĂŒr unsere StEPs in den Stadtteilen wichtig sein, besonders wo kontroverse Betrachtungsweisen vorhanden sind.
Alles in allem bietet der Haushalt eine gute Grundlage fĂŒr eine positive Weiterentwicklung der Stadt. Was darunter gemeint ist, darĂŒber haben wir wieder 1 Jahr Zeit um in den Gremien zu diskutieren.